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Die Arbeiten der Jahre 2014 (Herbst) und 2015 Wie schon im vorangegangenen Frühjahr zielten auch die Arbeiten der Herbstkampagne 2014 sowie der Frühjahrs- und Herbstkampagnen des Jahres 2015 am Göbekli Tepe auf die Vorbereitung der Errichtung zweier permanenter Schutzdächer – eines über den megalithischen Kreisanlagen A–D im sog. Hauptgrabungs gebiet in der südöstlichen Senke des Tells und ein weiteres über den Flächen der sog. nordwestlichen Senke.

Die ältesten Monumente der Menschheit Bekanntlich ermöglichen internationale Ausstellungen, die sozialen Besonderheiten und die Ge- schichte von Völkern genau zu verstehen und wert zu schätzen. Ihnen kommt eine große Rolle dabei zu, Menschen unterschiedlicher Länder zusammen zu bringen. Aus diesem Grund haben wir auf Anfrage der Leitung des Badischen Landesmuseums Karlsruhe die Ausstellung mir dem Titel „Vor 12000 Jahren in Anatolien – Die ältesten Monumente der Menschheit“ ermöglicht.

Die von Prof. Dr. Klaus Schmidt, Deutsches archäologisches Institut, seit 1995 durchgeführ- ten Grabungskampagnen am Göbekli Tepe in Ostanatolien nordöstlich der Provinzhaupt- stadt Sanliurfa, führten in den nun 15 Jahren Grabungstätigkeit u.a. zur Freilegung von bis- her vier kreisförmigen Pfeileranlagen (A bis D) mit neolithischen T-Pfeilern aus der Zeit um 9 500 v.Chr. Der Berg entstand im Verlauf der Jahrhunderte durch die immer an der glei- chen Stelle erfolgte Errichtung von Anlagen und deren Verfüllung und die Errichtung neuer Anlagen an gleicher Stelle. Zahlreiche weitere Anlagen warten noch auf ihre Freilegung.

GÖBEKLI TEPE, TURKEY—Dawn was still half an hour away when Klaus Schmidt arrived at his hilltop dig site here, but a half-dozen workers from a nearby village were already waiting for him. It was the end of the dig season, and the enthusiastic, white-haired German was there for one last look. He picked his way down steep excavation layers toward a massive, T-shaped slab of rock rising 3 meters out of the ground.

The Site The Pre-Pottery Neolithic (PPN) tell of Göbekli Tepe (GT) lies 15 km NE of the modern city of Sanlıurfa in SE Anatolia. It is located at the highest point of the Germus ̧ range overlooking the Harran plain. Ongoing excavations since 1995 revealed a unique monumental architecture rich in symbolism (Schmidt 2011, 2012).

In den letzten Grabungskampagnen am frühneolithischen Bergheiligtum Göbekli Tepe konnte in zwei der monumentalen, aus T-förmigen Pfeilern gebildeten Kreisanlagen der Fußboden flächig erreicht werden1. Sowohl Anlage C als auch Anlage D sind auf dem sorgsam geglätteten anstehenden Fels gegründet. Das den Pfeilerring überragende zentrale Pfeilerpaar ist jeweils in Podeste eingelassen, die aus dem Fels herausgearbeitet wurden. In Anlage D, die von West nach Ost einen Innendurchmesser von 20 m erreicht, sind die zentralen Pfeiler komplett mit über 5,50 m Höhe erhalten. In Anlage C, mit einem Innendurchmesser von etwa 10 m, wurden die Zentralpfeiler bereits im Altertum zielgerichtet zerstört, der östliche konnte jedoch auf Grundlage der auf- gefundenen

Die Grabungen am steinzeitlichen Ruinenhügel Göbekli Tepe, der etwa 15km nordöstlich von Şanlıurfa gelegen einen langestreckten Bergzug bekrönt, werden seit 1995 vom Deutschen Archäologischen Institut in Zusammenarbeit mit dem Museum in Şanlıurfa unternommen. Sie erbrach- ten Befunde, die mit ihrer Reichhaltigkeit und Monumentalität unser Bild von der Entstehung seßhafter und bäuerlicher Gesellschaften in wichtigen Bereichen verändern. Es waren nicht primitive Anfänge, aus denen heraus die neolithischen Gesellschaften Vorderasiens erwuchsen. Es waren jägerische Gruppen, die bruchlos das Erbe der „Großen Zeit der Eiszeitjäger“ Eurasiens fortführten und die zu bislang nicht bekannten und auch nicht erwarteten Leistungen, besonders auf dem Gebiet der Architektur, befähigt waren (Schmidt 2006, 2007). Der vorliegende

Zur Soziologie der Steinzeit Diskussionspapier Mit dem Göbekli Tepe kam eine neue soziale Epoche in den Blick der Kulturgeschichte, die bislang nicht gesehen worden war. In einer Zeit, in der bislang nur WildbeuterInnen vermutet wurden, entstand ab vor 11.600 Jahren in Ober-Mesopotamien bei Urfa/ Sanglıurfa (i ohne Punkt) in der heutigen Türkei bereits ein riesiges steinernes Kultzentrum der vorkeramischen Zeit.1 Hohe Mauerringe mit über zehn Metern Durchmesser aus Feldsteinen sind seine Basis. Besonders kennzeichnend sind die bis fünfeinhalb Meter hohen freistehenden T-Pfeiler und die bildhauerische Kunst. Der Bau sagt uns deshalb, es ist von einer entwickelteren Kultur auszugehen, die Arbeitsteilung kannte und eine soziale Organisation, die zumindest an die

Recent ieldwork at the Pre-Pottery Neolithic hilltop sanctuary of Göbekli Tepe has been largely dedicated to essential provisions in advance of construction work on permanent shelters which are to be erected at the site in 2015 (cf. Dietrich et al. 2014). Sadly, as it turned out, work in the 2014 spring season was to be the final season led by Klaus Schmidt, who passed away suddenly in July 2014. Work in this last season focused on the excavation of areas in the so-called Northwest Depression, a low lying western part of the site, located to the north of the Southwest Mound (Fig. 1). The aim of these investigations,

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